Outdoor-Goals

Magdeburger Börde und Altmark

Der Frühsommer ist eine gute Zeit, um durch die Magdeburger Börde zu wandern. Die Felder sind grün oder fast gelb, die Blumen am Wegesrand leuchten – die Natur ist voller Leben.

Kurz nachdem ich an den Schrebergartenkolonien vorbei aus Oschersleben hinaus war, hat mich der Charme dieser Landschaft gepackt. Leicht welliges und weites Terrain wechseln einander ab, kleine Waldstücke und Dörfer liegen zwischen den riesigen Feldern und die Wirtschaftswege und Landstraßen, auf denen ich gewandert bin war sind von Sträuchern oder Baumreihen eingefasst.

 

Zugegeben: Was man sieht ist industrialisierte Landwirtschaft auf Böden, die zu den fruchtbarsten in Deutschland zählen. Die Überreste und Nachfolgebetriebe der LPGs sind allerorten zu sehen. Ergänzt wird der Ausblick durch eine Vielzahl an Windkraftanlagen, die nicht jeder im Panoramaausblick mag.

Wer hier unberührte Natur erwartet, ist fehl am Platz. Ich war trotzdem überrascht, wie viele Tiere ich beobachten konnte: Hasen, die sich auf den Feldwegen sonnen, Rehe, die das fast reife Getreide begutachten, Milane, viele Singvögel und Insekten.

 

 

Auffällig war die Vielzahl an Verkehrswegen die ich an diesem Tag gekreuzt habe:

  • A2 Autobahn Hannover-Berlin
  • B1 Bundestraße Hannover-Berlin
  • Bahnstrecke Hannover-Magdeburg
  • Mittellandkanal Hannover-Magdeburg

Einige der wichtigeren Ost-West-Verbindungen des Landes mit der A2 und der ICE Strecke Hannover nach Magdeburg. Die B1 habe ich in Tundersleben (105 Einwohner) gekreuzt. Sie wirkt dort aber nicht wie eine der bekanntesten Straßen in Deutschland.

An meinem Tagesziel in Haldensleben liegt einer der größeren Häfen am Mittellandkanal. Diese Wasserstraße ist ein beeindruckendes Bauwerk.

 

 

Der nächste Tag hatte einen völlig anderen Charakter. Dieser Wechsel hat das Wanderwochenende interessant gemacht hat. Von Haldensleben nach Gardelegen ging es fast nur durch Wald. Kaum aus der Stadt raus, zweigt ein Wirtschaftsweg ab und bald war ich in lichtem Kiefernwald unterwegs, der wunderbar geduftet hat. Der Grund für diese größeren Waldflächen sind die ärmeren, sandigen Böden hier im Übergang von der Magdeburger Börde zur Altmark.

Auf den abgelegenen Wegen hier am Rand der Colbitz-Letzlinger Heide bin ich nur sehr wenigen Menschen begegnet. Viel Zeit, um die Seele baumeln zu lassen und Schritt um Schritt zu machen.

 

Sowohl Haldensleben als auch Gardelegen haben sehenswerte Stadtkerne mit Fachwerkhäusern, alten Stadttoren und Marktplätzen.

Besonders gut gefallen hat mir jedoch der Torwächter. Am Salzwedeler Tor in Gardelegen steht eine etwa sechs Meter hohe Skulptur aus einem Eichenstamm. Der Baum stand bis 2001 in der Nähe des Tors und ist in einem Sturm umgestürzt. Ein Bildhauer machte aus dem toten Holz die Figur des Torwächters mit vielen liebevollen Details. Zusammen mit dem wuchtigen, alten Stadttor ist es ein beeindruckendes Ensemble.

 

 

Die letzte meiner drei Etappen führte dann nach Salzwedel und war vor allem eines: Lang.

Man merkt es schon, dass der Altmarkkreis der am zweitdünnsten besiedelte Landkreis Deutschlands ist (nach dem naheliegenden Landkreis Prignitz): Es gibt kein großes Angebot an Nahverkehrsmitteln, die kleinen Ortschaften haben nicht so große touristische Angebote. Mein Plan war es, nicht die ganze Strecke an der Bundesstraße entlang zu laufen, die Gardelegen und Salzwedel verbindet. Nach etwa 12 km bin ich abgezweigt und über Landstraßen, Waldwege und endlose, schnurgerade Wirtschaftswege gelaufen, bis ich 10 km vor Salzwedel wieder auf der Bundesstraße war. Nach insgesamt 52 km hatte ich dann auch genug.

Die Landschaft war eine schöne Mischung der ersten beiden Tage: Mischwälder und viel Landwirtschaft. Das Wetter hat allerdings nicht mehr mitgespielt und es hat den halben Tag vor sich hin geregnet. Bei den sommerlichen Temperaturen war das kein Problem, hat jedoch mit der Zeit auf die Stimmung gedrückt und insgesamt elf Stunden wandern wird dann irgendwann zäh.

Ich freue mich aber auf die nächsten Etappen. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und: Flensburg ruft!

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