Outdoor-Goals

Ziele und Metaphern

Wie denken wir eigentlich über Ziele nach?

Was passiert, wenn wir uns sagen: „Ich will einen blog schreiben.“?

 

Wir fangen an, in sprachlichen Bildern zu denken, z.B. in Metaphern.

Metapher bedeutet übersetzt, „etwas hinübertragen“ und getragen wird hier die Bedeutung. Dabei wird ein Wort (oder Begriff oder Bild) nicht mehr in seiner wörtlichen Bedeutung benutzt sondern in einen neuen Kontext übertragen.

Metaphern sind in Form von Redewendungen alltäglicher Inhalt unserer Sprache:

- Das Pferd von hinten aufzäumen.

- Gegen den Strom rudern.

Sie werden immer wichtiger, je abstrakter das Thema ist oder je weniger direkte Erfahrungen wir selbst damit haben. Sie sind wichtig, um ein Thema zu verstehen oder darüber kommunizieren zu können.

 

Mir ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass das Thema Ziele auch sehr von Metaphern geprägt ist.

Viele dieser Metaphern nutzen Bilder und Bedeutungen, die sich um das Thema, sich draußen zu orientieren und fortzubewegen drehen (dies in sich ist schon wieder eine Metapher):

 

  • Wie kommen wir zum Ziel?
  • Auf welchem Weg können wir das Ziel erreichen?
  • Was sind die Meilensteine auf dem Weg zum Ziel?
  • Wir feiern Bergfest auf dem Weg zum Ziel oder das Ziel ist als Gipfelbesteigung symbolisiert.
  • Welche Hindernisse liegen auf dem Weg zum Ziel?
  • Was sind unsere Etappenziele?
  • Welche Richtung sollen wir einschlagen?

 

Hier wird es schwierig, zwischen dem was die Wikipediaeinen in der Zukunft liegenden, gegenüber dem Gegenwärtigen im Allgemeinen veränderten, erstrebenswerten und angestrebten Zustand“ und dem „Ende einer Zeitnahme, oder festgelegten Strecke einer sportlichen Veranstaltung“ zu unterscheiden.

 

Viele von uns sind beruflich mit sehr abstrakten Themen beschäftigt und auch privat immer mehr vor Herausforderungen gestellt, die den eigenen Erfahrungshorizont überschreiten.

Es ist meiner Meinung nach daher nur natürlich, dass man in Metaphern denkt und kommuniziert, bzw. Analogien zieht. Diese Analogien kommen aus Bereichen, die einem vertraut sind.

 

Egal, ob wir selbst mehr oder weniger aktiv draußen unterwegs sind; wir haben ein Bild davon, was es bedeutet, sich zu orientieren, einen Weg auszuwählen, Hindernisse zu umgehen und irgendwo anzukommen.

 

Metaphern und Analogien machen es leichter, auch abstrakte Konzepte greifbar und handhabbar zu machen.

Ich finde es interessant, diese Nutzung der Sprache zu beobachten. Darüber hinaus kann es meiner Meinung nach aber auch hilfreich sein, sich derartige Metaphern bewusst zu machen und zu entscheiden ob das Bild, das man nutzt, auch richtig ist.

 

Ist der Gipfel wirklich das Ziel? Oder ist es das es das Ziel, wieder gut im Tal anzukommen?

 

 

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